BL-Start für Salzburg enttäuschend

Nach der Heimniederlage der Salzburger Herren geht auch die Premiere der Damen kräftig daneben.

Im ersten Spiel gegen UAB Wien macht man es den männlichen Kollegen der BBU nach und liefert eine sehr schwache erste Halbzeit ab. Nervosität und viel zu großer Respekt vor dem (guten aber sicher nicht überragenden) Gegner führen zu vielen unnötigen technischen Fehlern, die vom Gegner dankend genutzt werden. Der erste Korb fällt erst mit der Schlusssirene des ersten Viertels (!), zur Halbzeit steht es 10:37. Nach dieser Vorentscheidung zeigt man sich in der zweiten Halbzeit deutlich stärker und kann das Spiel ausgeglichen gestalten. Interessant ist die Frage, wie sich das Spiel entwickelt hätte, wenn wir von Beginn an so aufgetreten wären. Ob es zu einem Sieg gereicht hätte, ist fraglich. Zumindest hätten wir es den Wienerinnen aber deutlich schwerer machen müssen. Das Ärgernis einer sehr schwachen Schiedsrichterleistung sei hier nur am Rande erwähnt. Die Gründe für die schlechte Leistung sind in erster Linie bei uns selbst zu suchen!

Leider bekommen die Spielerinnen die Enttäuschung über diesen verpatzten Saisonauftakt nicht so recht aus den Köpfen. Im zweiten Spiel gegen ATUS Gratkorn hätte aber auch die beste Leistung nichts genutzt. Das Team um Coach Ludick führt den Gastgebern ganz klar die eigenen Grenzen vor Augen und ist in allen Belangen, vor allem aber was das Spieltempo betrifft, klar überlegen. Immerhin beweist unser Team große Moral und kann in der zweiten Halbzeit (30:36) über weite Strecken gut mitspielen, was natürlich auch daran liegt, dass der Gegner es zulässt.

Am zweiten Tag treffen wir auf die ebenfalls noch sieglosen Grazer Mädels des GAK. Die müssen auf Grund eines AWBL-Spiels ihres Trainers ohne Coach antreten. Ein Umstand, den wir leider nicht nutzen können. Vor allem eine stark aufspielende Reiner stellt unsere Defense immer wieder vor große Probleme und hat mit ihren 21 Punkten (davon 5 Dreier) den Hauptanteil am Grazer Sieg.
Neben einer schlechten Wurfausbeute ist vor allem die schwache Quote von der Linie ein Hauptgrund für unsere Niederlage. Immerhin haben wir ein Team, das individuell auf vielen Positionen stärker und fast durch die Bank schneller ist auf 50 Punkten gehalten. Ein normaler Tag im Angriff hätte zu einem Sieg gereicht. 43 Punkte sind aber gegen jeden Gegner viel zu wenig. Ein Grund dafür ist die Müdigkeit, die uns nach den zwei harten Spielen vom Vortag leider deutlich anzumerken war. In diesem Bereich haben einige Spielerinnen noch Handlungsbedarf. Von kämpferischer Seite kann man einmal mehr keiner einzigen einen Vorwurf machen. Leider bewegen wir uns inzwischen auf einem Level, auf dem das allein nicht mehr ausreicht, um mit Siegen belohnt zu werden.
Das Spiel im Detail: Nach einem schwachen 1. Viertel (7:20), kämpfen wir uns bis zur Halbzeit auf 5 und in weiterer Folge bis auf einen Zähler heran. Die Wende gelingt allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: zu allem Überfluss verletzt sich in dieser Phase mit Linda Kuhl eine der auffälligsten Salzburgerinnen an diesem Wochenende. Obwohl wir das Match danach noch einige Minuten offen halten können, ist das moralisch der endgültige Knick. Das traurige Ende eines Turniers, bei dem leider sehr viel schief gelaufen ist. Auch im organisatorischen Bereich gilt es fürs nächste Mal die ein oder andere Lehre zu ziehen.

Enttäuschend ist auch das geringe Zuschauerinteresse, dass uns einmal mehr vor Augen führt, dass wir noch sehr viel Handlungsbedarf haben, um unseren Sport in Salzburg nach vorne zu bringen. Das allerdings ist eine Herausforderung die wir in jedem Fall annehmen werden!

Jetzt ist es trotzdem wichtig den Blick nach vorne zu richten. Das Team hat im Vergleich zur Vorsaison erneut einen großen Schritt gemacht. Die Coolness das auch gegen etwas stärkere Gegner zu zeigen (und auf diesem Niveau spielen wir eindeutig zu selten) geht uns allerdings noch ab. In den kommenden Spielen ist es wichtig wieder neues Selbstvertrauen zu sammeln. Dann werden wir uns auch in der 2. Bundesliga wieder besser präsentieren können.

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